Von weitem gesehen – nichts als Landschaften.
Aber genauer hingucken, lohnt sich. Habt ihr das Schiff entdeckt, das auf einem der Bilder von Eisschollen begraben wird? Was mag da an Bord geschehen sein? Wo ist die Mannschaft? Konnte sie sich retten?
Oder das Bild von dem Mann, der oben auf dem Berg steht. Er ist nur von hinten zu sehen. Er scheint auf die Wolken zu blicken. Wer könnte das sein? Was geht ihm wohl gerade durch den Kopf?
Oder die drei Leute, die sich den Kreidefelsen auf Rügen ansehen. Besser gesagt, das Meer, das zwischen den Bäumen hindurchschimmert.
Was machen sie da? Ob sie ahnen, dass die schönen weißen Kreidefelsen heute gar nicht mehr da sind?
Wenn Caspar David Friedrich heute leben würde, was für Landschaften würde er wohl malen?

Caspar David malte und zeichnete bereits als Jugendlicher. Warum er am Ende Maler wurde, weiß heute niemand so genau zu sagen. Fakt ist, seine Eltern Sophie und Adolph stammten aus Neubrandenburg und hatten einen Handwerksbetrieb. Sie haben Seife hergestellt und verkauft. In Greifswald. Dorthin waren sie gezogen, und dort kam Caspar David 1774 auf die Welt.

Aus Caspar Davids Jugend ist nicht so viel bekannt. Wahrscheinlich war er ein ziemlich aufgeweckter Kerl, dem manchmal sein superstrenger Vater auf die Nerven ging.

Es gab aber auch zwei schreckliche Ereignisse in seiner Jugend:
Erst starb ganz früh seine Mutter. Getröstet wurde der kleine Caspar vor allem von seiner großen Schwester Dorothea.
Als Caspar David 14 war, paddelte er mit seinem Bruder Christoffer auf dem Wallgraben in Greifswald. Aus irgendeinem Grund fielen die beiden ins Wasser. Der jüngere Bruder versuchte, Caspar David zu helfen, ertrank dabei aber selber.
Das hat Caspar David sein Leben lang nicht vergessen.

In Greifswald besuchte Caspar David erste Malkurse, bevor er in Kopenhagen Malerei studierte. Dann zog er nach Dresden in Sachsen. Dort lebten viele andere, die auch malten und zeichneten.
Caspar David war total unzufrieden mit sich. Er besuchte in Dresden zum Beispiel einen Akt-Kurs. Da steht in der Mitte ein nackter Mensch, der von den anderen im Kurs gezeichnet wird. Seine ersten zwei Bilder fand Caspar Davids ganz furchtbar. Das dritte ging dann so.

Später malte er auch viel lieber Landschaften. Sehr schöne Landschaften, aber oft auch ein bisschen trübe und traurig.

Caspar Davids erster Lehrer in Greifswald hatte den klingenden Nachnamen Quistorp. Mit ihm sprach er auch über Literatur. Damals standen die Leute total auf Mythen und Schauergeschichten. Der Held war ein uralter Dichter namens Ossian. Der soll hunderte Jahre früher gelebt und Gedichte geschrieben haben. War aber nur Fake, wie sich herausstellte. Den Ossian hatte sich ein Dichter aus England bloß ausgedacht.
Aber damals muss Caspar David kapiert haben, wie Kunst funktioniert. Als er später seine Landschaften malte, stellte er sich nicht einfach mit der Staffelei auf ein Feld und legte los. Er sammelte erstmal ganz verschiedene Motive. Später bastelte er die in seinem Atelier auf der Leinwand zusammen. Ein alter Baum aus Sachsen, eine Wiese aus Vorpommern. So eine Landschaft ist total fake, hat es nie gegeben. Ist aber so schön, dass man heute noch denkt: da möchte ich jetzt auch sein. Voll romantisch!

Die Natur war auch zu Caspar David Friedrichs Zeiten kein Paradies mehr. Viele bedauerten das damals schon und wünschten sich die unberührte Landschaft zurück.
Was würde er wohl sagen, wenn er heute unsere Umgebung sehen könnte? Mit Straßen und Autos und Lastwagen, Supermärkten und Fabriken? Mit Kriegen und viel Armut? Und was würde er zu den Veränderungen unseres Klimas sagen?

Caspar David war zwar schon zu Lebzeiten berühmt, aber er hatte trotzdem immer Geldsorgen. Als er alt und krank war, musste er den russischen Zaren anbetteln.
Er starb 1840 in Dresden, mit 65 Jahren. Dort ist er auch begraben.

Nachdem er gestorben war, interessierte sich kaum jemand für seine Bilder. Erst viel später wurden sie wiederentdeckt. Heute ist Caspar David Friedrich einer der berühmtesten Maler überhaupt, und seine Bilder sind unbezahlbar.

Seine Landschaften können zu Geschichten anregen, seine gemalten Szenen können in Geschichten neu- oder weitergedacht werden. Genau wie die Themen, um die es ihm ging: Mensch und Natur. Sehnsucht nach einer heilen Welt, Unzufriedenheit mit der Welt, in der er lebte.
Oder einfach der Genuss einer wunderbaren Landschaft. Voll romantisch eben.

Voll romantisch!

Mach mit beim KLiP: Ihr seid aufgerufen, euch am Kinder- und Jugendliteraturpreis Mecklenburg-Vorpommern, kurz KLiP, zu beteiligen.
Der KLiP richtet sich an Menschen zwischen 6 und 20 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern.
KLiP ist ein Schreibwettbewerb.
Wir suchen Gedichte, Kurzgeschichten oder auch szenische Texte.
(Es können auch Texte in nichtdeutscher Sprache eingesandt werden. Diese werden für die Jury übersetzt.)
Der 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich ist der Anlass für den Preis.
Daher auch das Motto: „Voll romantisch!“
Schließlich war Friedrich ein Romantiker.
Seine Bilder und sein Leben können der Ausgangspunkt für eure Texte sein. Ihr könnt euch aber auch einfach an unserem Motto orientieren.

Wer ist KLiP?

Wer ist KLiP?

Ausgedacht haben sich KLiP der Literaturrat Mecklenburg-Vorpommern, das Literaturvermittlungsprogramm Weltenschreiber für M-V des Literaturhaus Rostock und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten. Zu gewinnen gibt es Sachpreise.

Wer ist die KLiP-Jury?

In der Jury sitzen sechs Expertinnen und Experten für Kinder- und Jugendliteratur aus Mecklenburg-Vorpommern.
Die Jury liest sich alles, wirklich alles durch, was ihr einreicht. Dann sucht sie aus allen Altersklassen jeweils drei Texte aus, die ausgezeichnet werden.

Wann ist KLiP?

Ihr könnt sofort anfangen zu schreiben.
Ladet eure Texte einfach über den Button „Bewerbung“ hoch. Bis zum 6. September 2024 könnt ihr eure Texte hochladen. Danach ist Schicht im Schacht.
Eure Texte sollten maximal 9000 Zeichen (mit Leerzeichen) lang sein, das sind ausgedruckt etwa fünf Normseiten.
Ihr müsst die maximale Länge nicht ausreizen. Euer Text darf auch kürzer sein.

Was gibt es bei KLiP zu gewinnen?

Gold, Diamanten, ein nigelnagelneues Auto.
Nein, stimmt gar nicht.
Wir haben Preise für euch, die mit Literatur und mit Mecklenburg-Vorpommern zu tun haben. Mehr verraten wir noch nicht. Seid gespannt!

Voll romantisch schreiben!

Von weitem gesehen – nichts als Landschaften.
Aber genauer hingucken, lohnt sich. Habt ihr das Schiff entdeckt, das auf einem der Bilder von Eisschollen begraben wird? Was mag da an Bord geschehen sein? Wo ist die Mannschaft? Konnte sie sich retten?
Oder das Bild von dem Mann, der oben auf dem Berg steht. Er ist nur von hinten zu sehen. Er scheint auf die Wolken zu blicken. Wer könnte das sein? Was geht ihm wohl gerade durch den Kopf?
Oder die drei Leute, die sich den Kreidefelsen auf Rügen ansehen. Besser gesagt, das Meer, das zwischen den Bäumen hindurchschimmert.
Was machen sie da? Ob sie ahnen, dass die schönen weißen Kreidefelsen heute gar nicht mehr da sind?
Wenn Caspar David Friedrich heute leben würde, was für Landschaften würde er wohl malen?

Caspar David malte und zeichnete bereits als Jugendlicher. Warum er am Ende Maler wurde, weiß heute niemand so genau zu sagen. Fakt ist, seine Eltern Sophie und Adolph stammten aus Neubrandenburg und hatten einen Handwerksbetrieb. Sie haben Seife hergestellt und verkauft. In Greifswald. Dorthin waren sie gezogen, und dort kam Caspar David 1774 auf die Welt.

Aus Caspar Davids Jugend ist nicht so viel bekannt. Wahrscheinlich war er ein ziemlich aufgeweckter Kerl, dem manchmal sein superstrenger Vater auf die Nerven ging.

Es gab aber auch zwei schreckliche Ereignisse in seiner Jugend:
Erst starb ganz früh seine Mutter. Getröstet wurde der kleine Caspar vor allem von seiner großen Schwester Dorothea.
Als Caspar David 14 war, paddelte er mit seinem Bruder Christoffer auf dem Wallgraben in Greifswald. Aus irgendeinem Grund fielen die beiden ins Wasser. Der jüngere Bruder versuchte, Caspar David zu helfen, ertrank dabei aber selber.
Das hat Caspar David sein Leben lang nicht vergessen.

In Greifswald besuchte Caspar David erste Malkurse, bevor er in Kopenhagen Malerei studierte. Dann zog er nach Dresden in Sachsen. Dort lebten viele andere, die auch malten und zeichneten.
Caspar David war total unzufrieden mit sich. Er besuchte in Dresden zum Beispiel einen Akt-Kurs. Da steht in der Mitte ein nackter Mensch, der von den anderen im Kurs gezeichnet wird. Seine ersten zwei Bilder fand Caspar Davids ganz furchtbar. Das dritte ging dann so.

Später malte er auch viel lieber Landschaften. Sehr schöne Landschaften, aber oft auch ein bisschen trübe und traurig.

Caspar Davids erster Lehrer in Greifswald hatte den klingenden Nachnamen Quistorp. Mit ihm sprach er auch über Literatur. Damals standen die Leute total auf Mythen und Schauergeschichten. Der Held war ein uralter Dichter namens Ossian. Der soll hunderte Jahre früher gelebt und Gedichte geschrieben haben. War aber nur Fake, wie sich herausstellte. Den Ossian hatte sich ein Dichter aus England bloß ausgedacht.
Aber damals muss Caspar David kapiert haben, wie Kunst funktioniert. Als er später seine Landschaften malte, stellte er sich nicht einfach mit der Staffelei auf ein Feld und legte los. Er sammelte erstmal ganz verschiedene Motive. Später bastelte er die in seinem Atelier auf der Leinwand zusammen. Ein alter Baum aus Sachsen, eine Wiese aus Vorpommern. So eine Landschaft ist total fake, hat es nie gegeben. Ist aber so schön, dass man heute noch denkt: da möchte ich jetzt auch sein. Voll romantisch!

Die Natur war auch zu Caspar David Friedrichs Zeiten kein Paradies mehr. Viele bedauerten das damals schon und wünschten sich die unberührte Landschaft zurück.
Was würde er wohl sagen, wenn er heute unsere Umgebung sehen könnte? Mit Straßen und Autos und Lastwagen, Supermärkten und Fabriken? Mit Kriegen und viel Armut? Und was würde er zu den Veränderungen unseres Klimas sagen?

Caspar David war zwar schon zu Lebzeiten berühmt, aber er hatte trotzdem immer Geldsorgen. Als er alt und krank war, musste er den russischen Zaren anbetteln.
Er starb 1840 in Dresden, mit 65 Jahren. Dort ist er auch begraben.

Nachdem er gestorben war, interessierte sich kaum jemand für seine Bilder. Erst viel später wurden sie wiederentdeckt. Heute ist Caspar David Friedrich einer der berühmtesten Maler überhaupt, und seine Bilder sind unbezahlbar.

Seine Landschaften können zu Geschichten anregen, seine gemalten Szenen können in Geschichten neu- oder weitergedacht werden. Genau wie die Themen, um die es ihm ging: Mensch und Natur. Sehnsucht nach einer heilen Welt, Unzufriedenheit mit der Welt, in der er lebte.
Oder einfach der Genuss einer wunderbaren Landschaft. Voll romantisch eben.

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